An der Nordwestecke unseres neuen Gemeindehauses steht seit der Einweihungsfeier ein Gingko-Baum.
Die Mitglieder unsere Kindergruppe haben ihn gepflanzt und ihn mit guten Wünschen behängt.
Die Kinder erklären den Erwachsenen, was es mit diesem Gingko auf sich hat:
Photo: Helmut Schweinzer
Jenny:
Schon vor langer Zeit, als die Erwachsenen mit dem Bau des neuen Gemeindehauses begonnen hatten, hatten wir Kindergruppen-Kinder uns überlegt, dass wir auch etwas dazu beitragen möchten. Aber zum Helfen waren wir noch etwas zu klein und Geld zum Spenden hatten wir auch nicht. So kam uns die Idee, etwas zu basteln – das können wir nämlich ganz gut – und es dann beim Gemeindefest zu verkaufen.
Julia:
Gesagt – getan! Wir haben fleißig viele schöne Dinge gebastelt und durch den Verkauf kam eine ganz schöne Summe zusammen. Nun stellt sich die Frage: Wofür wollen wir das nun verwenden? Wir mussten gar nicht lange nachdenken: wir wollten einen Baum spenden. Einen Baum, der jetzt ungefähr so alt ist wie wir und der gemeinsam mit uns wächst und groß wird.
Claudia:
Herr Pfarrer Winkler schlug uns vor, einen Ginkgo-Baum zu pflanzen. Ein Ginkgo-Baum, was ist denn das??? Den kannten wir nun wirklich nicht. Also haben wir uns schlau gemacht und etwas wirklich Erstaunliches erfahren.
Michael:
Der Ginkgo, auch Entenfußbaum genannt, stand unbewegt und sah die Welt sich verändern. Kontinente drifteten, Gebirgszüge warfen sich auf, Reptilienzeitalter kamen und gingen ebenso wie Eiszeiten, Verwandte und Feinde. Vor 300 Millionen Jahren war er auf der nördlichen Erdhalbkugel überall verbreitet – als die ersten Nadelbäume entstanden und es noch keine Laubbäume gab. Er ist heute der einzige Überlebende aus dieser Zeit.
Carolin:
Die neuzeitlichen Bäume haben ihn dann verdrängt und als irgendwann die ersten Menschen auftauchten, gab es ihn nur noch in den Bergwäldern im äußersten Westen Chinas.
Laura:
Dort wurde er irgendwann von den Menschen entdeckt, die ihn zum beliebtesten Tempelbaum erkoren. Es war eine Frage der Zeit, bis Reisende aus dem Westen ihn in den Tempelanlagen fanden, und so kehrte der Ginkgo 1730, nach langer, langer Zeit auf einem Segelschiff wieder nach Europa zurück.
Michael:
Der Ginkgo ist ein sehr widerstandsfähiger Baum. Im Japanischen Hiroshima überlebte ein Ginkgo nur wenige Kilometer vom Einschlagsort der Atombombe entfernt. Als der Baum in der trostlosen Trümmerlandschaft wieder austrieb, keimte auch bei den Menschen neue Hoffnung.
Carolin:
Auch in der Medizin sind die Wirkstoffe des Ginkgo bekannt. Sie sind gut gegen Konzentrations- und Lernstörungen und weil sie für bessere Durchblutung im Gehirn sorgen, fördern sie das Gedächtnis.
Wir wüschen uns, dass unser Baum groß und stark wird und dass sich viele Menschen an seinen schönen Blättern erfreuen können.